Typische Rolfing Sitzung

Rolfing Berlin & München

Viele Menschen kommen zu mir in die Praxis, weil der Körper sie drückt wie ein „schlecht sitzender Schuh“. Sie berichten von Verspannungen bis hin zu chronischen Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen. Sie fühlen sich nicht mehr wohl in ihrer Haut. Es ist ungemütlich. Bewegungseinschränkungen machen ihnen zu schaffen.

Wie gehen Sie?

Mein Interesse als Rolfer gilt jedoch nicht so sehr Ihren Symptomen, sondern der Art, wie Ihr Körper als Gesamtstruktur sich in der Bewegung organisiert. Deshalb werde ich Sie bitten, sich im Raum zu bewegen oder einfach auf und ab zu gehen. In der Bewegung kann ich strukturelle Dysbalancen am besten erkennen. Dabei achte ich auf das „Wie“, also wie Sie gehen.

Wie heben Sie?

Vielleicht frage ich Sie: „Wie ist es, wenn Sie ein Glas Wasser auf dem Tisch neben sich hochheben? Was geschieht während des Hochhebens in Ihren Beinen?“ Der Umgang mit Gewicht wird zu einem spannenden Thema, wenn Sie zusehen, wie Ihr Körper sich bei dieser Aufgabe im gegenwärtigen Moment organisiert. Diese Perspektive wird uns immer wieder beschäftigen.

Letztlich geht es darum, „wie“ Sie Stabilität in Ihrem Körper organisieren.

„Wie heben Sie eine Kiste hoch?“ –  „Wie heben Sie Ihr Bein hoch?“ – Solch offene Fragen dienen nicht meiner Neugier, sondern helfen Ihnen wahrzunehmen, was gerade mit Ihnen geschieht. Dadurch, dass Sie das Erlebte versuchen in Worte zu fassen – was nicht immer einfach ist –, kann Ihr Körper diese Erfahrungen besser integrieren und abspeichern.

Wie fühlt sich die Dehnung im Körper an?

Im zweiten Teil der Session liegen Sie auf der Massagebank und werden von mir „gerolft“. Oft werden Sie einen langsamen, tiefen Druck im Gewebe empfinden, gefolgt von einem Gefühl der Befreiung. Wenn Sie danach aufstehen und sich bewegen, bemerken Sie vielleicht eine verbesserte körperliche Beweglichkeit.

Die Berührung im Rolfing® erfolgt langsam. Wenn an einer Stelle Druck ausgeübt wird, so geschieht dies langsam, wie in Zeitlupe. Diese Bedächtigkeit ist wichtig. So hat das Gewebe Zeit, weich zu werden, sich zu lösen und zu entspannen. Bildlich gesprochen „schmilzt“ mein Ellenbogen oder meine Hand ins Gewebe. So entsteht der Eindruck, als würde die Verspannung oder Verkrampfung unter dem „freundlichen“ Druck langsam schmelzen, sich auflösen und loslassen. Danach fühlt sich die Stelle meist weich und warm an. Die Qualität der Berührung im Rolfing ist sehr unterschiedlich. Sie kann sehr subtil sein, großflächig oder eben bedächtig. Vielleicht spüren Sie, wie es in den Arm oder den Nacken hinauf zieht, während ich gerade an der Schulter arbeite.

Wie intensiv ist es gerade?

Vielleicht haben Sie schon einmal Yoga gemacht. Dann kennen Sie sicher das ziehende Gefühl, wenn Sie sich in eine Yogaposition begeben und dort eine Minute oder länger ausharren und die Muskeln sich langsam dehnen. Es zieht, es ist intensiv und doch fühlt es sich gut an. Genauso fühlt sich auch Rolfing an, wenn es intensiv ist. Deshalb wird Rolfing auch als „Yoga für den Westen“ bezeichnet.

„Es darf nicht weh tun …“, werden Sie mich ab und zu sagen hören.

Da jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden hat, bitte ich Sie, mir auf einer Skala von 1 bis 10 zu sagen, wie intensiv dieses „Yoga-Dehnungsgefühl“ gerade ist. Den Wert von 6 oder 7 wollen wir möglichst nicht überschreiten. Sie können auch jederzeit „STOP“ sagen. Ich verändere dann meine Technik oder den Druck oder wähle einen anderen Ansatz. Es gibt immer mehrere Wege ins „Rom Ihres Wohlbefindens“.

Wie fühlt sich nun die Bewegung an?

Zwischendrin und am Ende der Session werde ich Sie bitten, von der Massagebank aufzustehen. Vielleicht stehen Sie nur einfach da oder Sie bewegen sich im Raum. Von mir können dann folgende Fragen kommen: „Wie ist das Körpergefühl nun?“, „Was nehmen Sie an Ihren Bewegungen wahr?“ – Dieser Teil der Session ist wichtig. Sie haben viel Zeit, in die Bewegung zu gehen und das neue Körpergefühl – dieses Gefühl, wie in neuen Schuhen zu laufen – zu genießen.

Nach der Session

Nach der Session sollten Sie ein bis anderthalb Stunden entspannen oder einer ruhigen Tätigkeit nachgehen. Betrachten Sie diese Zeit als Bestandteil der Behandlung. So kann Ihr Körper das Erfahrene am besten integrieren und abspeichern. Danach kehren Sie in Ihren Alltag zurück.

„In der strukturellen Integration gehen wir davon aus, dass wir einen Zyklus von 10 Sitzungen geben werden. Dafür gibt es einen Grund. Wir haben es nicht mit lokalen Problemen zu tun. Wir haben es nicht mit solchen Dingen zu tun, von denen man sagen kann: „Nun, ich habe das behoben, das war’s.“ Wir befassen uns mit der Absicht, einen Körper sicherer und angemessener im Bereich der Schwerkraft zu machen. Dies erfordert, dass die Muskeln im Gleichgewicht sind und um eine vertikale Linie balanciert werden müssen. Und wenn ich über das Gleichgewicht der Muskeln spreche, spreche ich über das Gleichgewicht der rechten Seite gegen die linke Seite. Über das Gleichgewicht der Vorderseite des Körpers gegen die Rückseite des Körpers und schließlich über das Gleichgewicht der innersten Muskeln gegen die äußersten, der Innenseite gegen die Außenseite, das ist das wichtigste von diesen Gleichgewichten, und wir beginnen von außen nach innen zu arbeiten, und es dauert zehn Stunden, bis wir an den Ort gelangen, an dem wir wirklich das Gleichgewicht zwischen Außen und Innen herstellen können.“
Dr. Ida P. Rolf


Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne in meiner Praxis in München oder Berlin zur Verfügung. Hier finden Sie die Kontaktseite.

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